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Manfred
Trauzettel,
Komposition 1, 1971

Arnd
Schultheiß,
Mädchen mit Taube und Tuch, 1952
 
Gil
Schlesinger,
Balance, 1976


Heinz
Müller,
Stilleben mit Masken, 1960


Martin
d. Ä.,
Stilleben mit Früchten, 1948


Kurt
Frühauf,
o. T., 1974


Roland
Frenzel,
Straße, 1974


Maria
Becke-Rausch,
Läufergruppe, 1961
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LEIPZIG UND
DIE KLASSISCHE MODERNE/1
Manfred Trauzettel
Arnd Schultheiß
Gil Schlesinger
Heinz Müller
Manfred Martin d. Ä.
Kurt Frühauf
Roland Frenzel
Maria Becke-Rausch
22. februar 2003
27. april 2003
Manfred Trauzettel
und sein künstlerisches Umfeld
Mitunter treffen zu viele ungünstige Faktoren aufeinander.
Und das Werk ganzer Generationen gerät in Vergessenheit
noch bevor es von der Welt so recht zur Kenntnis genommen
wurde.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging,
war vor allem unter den progressiven Siebzehn- bis Fünfundzwanzigjährigen,
ob in Bezug auf Musik oder bildender Kunst, gleichermaßen
das Bedürfnis groß, schnellstmöglich Anschluss
zu erhalten an das, was in Deutschland ab 1935 verloren gegangen
war und an das, was sich seitdem in der Welt vollzogen hatte.
Das Bauhaus, der Jazz, die neue konzertante
Musik und nicht zuletzt die klassische Moderne entsprachen
dem befreit aufblühenden Lebensgefühl jener Jugend.
Und Leipzig war damals in diesem Sinne nicht nur ein Schmelztiegel,
sondern besagte Entwicklung fand hier auf einem sehr hohen
Niveau statt.
Aber die Sprunghaftigkeit der Entwicklungen
des zwanzigsten Jahrhunderts ließ immer wieder ganze
Bereiche davon ins Abseits gleiten. Und wenn dann noch persönliche
Eigenheiten hinzukamen, gipfelte manches sogar in jenen tragischen
Künstlerexistenzen, mit denen seit dem neunzehnten Jahrhundert
die Kunstgeschichte reich bestückt ist. Jedoch gilt dies
nicht generell. Oft verlaufen auch unter ungünstigsten
Bedingungen die Existenzen der betroffenen Künstler recht
normal, nicht selten begleitet von einem heiteren, zufriedenen
Lebensverlauf.
Das Medienzeitalter (und das seit
dem ausgehenden neunzehnten Jahrhundert) produziert leider
immer wieder das Aufblähen einzelner Entwicklungsbereiche
zu so mächtigen Gebirgen, dass der Blick auf das Gesamte
verstellt wird: Wie zum Beispiel die hochinteressante Entwicklung
der Nordamerikanischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Oder
die des sogenannten expressiven Realismus. Oder eben die der
Ausläufer der klassischen Moderne, die auch in Leipzig
bemerkenswert verlief.
Eine der zentralen Gestalten dieser
Entwicklung war Manfred Trauzettel, genialer Musiker, Sänger
und Maler, begnadeter Unterhalter und einsamer Einzelgänger
inmitten eines großen Bekanntenkreises. Klassisches
Beispiel des bürgerlichen Genies, das an sich selbst
scheiterte. Dabei war er mit seinen künstlerischen Ambitionen
nicht allein, sondern Teil einer Entwicklung zu der für
ihre Leistungen so bedeutsame Namen zählen wie die Grafiker
oder Maler: Arnd Schultheiß, Gil Schlesinger, Manfred
Martin d. Ä., Heinz Müller (der frühe), Kurt
Frühauf, Roland Frenzel oder die Bildhauerin Maria Becke-Rausch.
Mit den bescheidenen Mitteln der Anregung
will diese Ausstellung die Aufmerksamkeit auf die Gesamtheit
der Leipziger Kunstentwicklung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges
lenken. Viele der gezeigten Werke sind zwar in Leipzig entstanden,
aber in der Leipziger Öffentlichkeit bisher noch nicht
zu sehen gewesen.
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